/ Wir über uns //


Rheinische Kantorei...

 

Seit ihrer Gründung im Jahr 1977 steht die Rheinische Kantorei für mustergültige Interpretationen im Sinne historischer Aufführungspraxis. Die schlank geführten Stimmen bestechen durch hellen, strahlenden Klang, absolute Intonationsgenauigkeit, perfekten Zusammenklang, sorgfältig erarbeitete Diktion, Transparenz und Leichtigkeit. Das verleiht dem Ensemble seine unverwechselbare Charakteristik, die es zu einem der führenden Vokalinterpreten alter Musik macht.
Durch die hohe Professionalität können selbst Solopartien aus dem Chor heraus besetzt werden. Die Besetzung des Ensembles variiert je nach aufzuführendem Werk zwischen zwölf und zweiunddreißig Sängerinnen und Sängern.

Das Repertoire des Chores ist keineswegs auf die Musik der Renaissance oder des Barock beschränkt. Ebenso stehen Werke der Klassik und Romantik auf den Konzertprogrammen. Ein besonderer Schwerpunkt ist die Aufführung unbekannter und in Archiven ruhender Werke. Viele von ihnen wurden von Hermann Max entdeckt, aufbereitet und notfalls ergänzt und somit nicht selten vor dem endgültigen Vergessen bewahrt. Neben konzertanten Aufführungen werden sie durch die Einspielung auf Tonträgern einem breiten Hörerkreis zugängig gemacht.

Das Ensemble besticht in seinen Konzerten und CD-Einspielungen einerseits durch perfekten a-cappella-Gesang, zum anderen geraten Aufführungen von Oratorien und Opern gemeinsam mit dem Kleinen Konzert zu Höhepunkten und Glücksmomenten im Konzertleben.


Das Kleine Konzert...

Einem Vorbild aus dem 18. Jahrhundert verdankt das Barockorchester Das Kleine Konzert seinen Namen: 1743 wurde in Leipzig „Das Große Konzert“ gegründet, aus welchem später das Gewandhausorchester hervorging.

Präzises Zusammenspiel und meisterhafte Interpretationen zeichnen das Ensemble ebenso aus wie die plastische Darstellung von Affekten bis hin zu opernhafter Dramatik.

Zunächst gegründet, um die anspruchsvollen Orchesterparts in Oratorien- und Opernaufführungen der Rheinischen Kantorei zu übernehmen, hat das jahrelang erprobte Zusammenspiel des Ensembles inzwischen auch zu eigenen Aufführungen reinen Orchesterrepertoires geführt – eine „Klangrede von großer gestischer Kraft“ (Salzburger Nachrichten).


Hermann Max...

Historische Aufführungspraxis - ein großer, weitgespannter Begriff! Eine ihrer Schlüsselfiguren ist Hermann Max, der an der Berliner Musikhochschule Kirchenmusik und an der Kölner Universität Musikwissenschaft, Kunstgeschichte und Archäologie studierte.

 

Unermüdliche Forschungsarbeit in Bibliotheken und Archiven, Erstellung originalgetreuer Notentexte nach den entsprechenden Quellen und die Sicherstellung authentischer Aufführungen sind nur einige seiner Arbeitsgebiete. Zahllose hervorragende Werke vor allem aus der Zeit des Barock hat er vor dem vollständigen Vergessen bewahrt, „Standardwerke“ wurden von ihm in beispielgebenden und maßstabsetzenden Aufführungen, Rundfunk- und CD- Produktionen realisiert. Dafür stehen ihm zwei von ihm gegründete hervorragende Ensembles - Rheinische Kantorei und Das Kleine Konzert - zur Verfügung.

 

Ohne seine Arbeit wäre das Bild der bedeutenden Epoche des Barock unvollständig oder gar fehlerhaft. Eine ganze Musiklandschaft wurde durch die Arbeit von Hermann Max wiederentdeckt bzw. vervollständigt: die Musik Johann Sebastian Bachs, seiner Söhne und zahlreichen Verwandten, seiner Vorgänger und Nachfolger im Amt des Thomaskantors, seiner Zeitgenossen, Kollegen und Schüler. Unzählige Rundfunkmitschnitte sowie Produktionen für den WDR, für den Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur und preisgekrönte CD-Produktionen zeugen von dieser ambitionierten Arbeit.
Ein weiterer Schwerpunkt ist seine Beschäftigung mit den Kompositionen Georg Philipp Telemanns, wofür er im Jahr 1998 den Telemann-Preis der Stadt Magdeburg erhielt.

 

Neben der Arbeit mit seinen Ensembles tritt Hermann Max regelmäßig als Gastdirigent im In-und Ausland auf und leitet Kurse zur Interpretation Alter Musik.

 

1992 gründete er das „Festival Alte Musik“, welches alljährlich im September in der romanischen Basilika des Klosters Knechtsteden stattfindet.

 

Im Juni 2008 erhielt Hermann Max die Bach-Medaille der Stadt Leipzig für seine Verdienste um die Musik Johann Sebastian Bachs und seiner Familie.

Hermann Max mit Bach-Medaille der Stadt Leipzig geehrt

 

 

 

Im Jahr 2008 wurde an Hermann Max die Bach-Medaille der Stadt Leipzig vergeben. Burkhard Jung, Oberbürgermeister der Stadt Leipzig, überreichte die Auszeichnung während eines offiziellen Festaktes am ersten Bachfest-Sonntag im Gohliser Schlösschen. Max wurde mit der Bach-Medaille für sein Lebenswerk geehrt, das eng mit der Musik Johann Sebastian Bachs verknüpft ist.

 

Jung bezeichnete Hermann Max als einen Sohn Bachs, da er als ehemaliger Schüler Karl Straubes und Günther Ramins direkt in der Leipziger Tradition des ehemaligen Thomaskantors stehe. Die Laudatio hielt Prof. Christoph Wolff, Direktor des Bach- Archivs Leipzig. Er ist seit Studienzeiten mit Max bekannt, gemeinsam studierten sie in Berlin Kirchenmusik. Wolff würdigte Max’ jahrzehntelanges Engagement, eine gesamte Epoche der Kirchenmusik durch Maßstäbe setzende Aufführungen wieder lebendig gemacht zu haben. Mit der systematischen Präsentation von Werken Johann Sebastian Bachs, seiner Familie, Schüler, Zeitgenossen, Amtsvorgänger und -nachfolger leistete Max einen musikhistorisch bedeutenden Beitrag zur Wiederentdeckung und Klärung von Bachs Umfeld.

 

 

Für Hermann Max sind musikalische Aufführungspraxis und das „Herumstöbern“ in Archiven – was ihm den Ruf eines Ausgräbers verschütteter Werke eintrug – unmittelbar miteinander verbunden. In seiner Dankesrede fasste er zusammen, worauf es ihm bei seiner Arbeit mit der Rheinischen Kantorei und dem Kleinen Konzert stets ankam:

 

„Im Zentrum unserer Arbeit stand von Anfang an zu zeigen, dass Johann Sebastian Bach nicht der Titan war, an dem gemessen die gesamte Musik vor ihm und zunächst nach seinem Tode minderen Ranges war. Nein – dies wollten wir zeigen: Bachs Komponistenvorgänger, Zeitgenossen, Nachfolger und Söhne waren nicht nur gute kompositorische Handwerker, sondern Könner, die die Musik zu einem Medium machten, mit dem sie uns […] menschliche Katastrophen, tiefes Leid und glückhafte Wunder lehrhaft bewegend in Ohren und Bewusstsein trugen.“

 

 

Die Stadt Leipzig stiftete 2003 die Johann-Sebastian-Bach-Medaille und verleiht sie seither jährlich an international herausragende Interpreten für deren besondere Verdienste um die Aufführung und Pflege der Musik Johann Sebastian Bachs. In den vergangenen Jahren erhielten die Bach-Medaille Nikolaus Harnoncourt (2007), Ton Koopman (2006), Sir John Eliot Gardiner (2005), Helmut Rilling (2004) und Gustav Leonhardt (2003). (Presseerklärung des Bach-Archivs Leipzig, 16.06.2008)

 

(Quelle: Bach-Archiv Leipzig, Fotos: Gert Mothes)

 

zur Homepage von Hermann Max